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Und nach dem Kaffee Fußball

Text: Dr. Birgit Ebber Fotos: Dr. Guntermann, Volker Hartmann, Alexandra Höner

Coffee at Work-Gründer Martin Sesjak sieht die nächste Lebensphase sportlich.

Als Jugendlicher war Erfolgsunternehmer Martin Sesjak einer Karriere als Fußballprofi deutlich näher als die vielen Jungen damals und heute, die davon träumen, Starkicker zu werden. Aber das Leben wollte es anders, obwohl Martin Sesjak bei Wattenscheid 09 oder dem VfL Bochum alles für seinen Traum getan hat.

„Aus dieser Zeit habe ich vor allem eines mitgenommen: Wenn es wehtut, sind immer noch zehn Prozent mehr Leistung drin“, erinnert sich Martin Sesjak. Damit hat er es geschafft, immer neue berufliche Visionen zu entwickeln – bis hin zu Coffee at Work, dem Unternehmen, mit dem er europaweit Erfolgsgeschichte geschrieben und dessen Übergang in eine neue Ära er 2019 eingeleitet hat.

„Wichtig ist, nie das Ziel aus den Augen zu verlieren“, findet Martin Sesjak, der neue Ideen so lange in Gedanken wälzt, bis Bilder und Visionen entstehen, aus denen sich die konkreten Schritte der Umsetzung ableiten lassen.

Über den Porzellanvertrieb zum UN-Ausstatter

Es war ein Zufall, der ihm nach einer Banklehre in den ersten Semestern des Jura-Studiums den Weg in den Vertrieb gewiesen hat. „Das muss 1988 gewesen sein, ehe der Krieg im damaligen Jugoslawien ausbrach“, erzählt Sesjak. „Ich war mit meinen Eltern in ihrer Heimat in Kroatien, weil sie dort ein Haus kaufen wollten.“ Bei der Suche nach Handwerkern für den Umbau des Hauses kam der Wittener mit einem Bauunternehmer ins Gespräch, der auf der Anuga in Köln Porzellan ordern wollte. Martin Sesjak bot dem Bauunternehmer an, auf der Messe vorab die Ausstattungsliste an die Hersteller zu verteilen, damit diese ein Angebot vorbereiten konnten.

„Den Zuschlag hat am Ende die Firma Rosenthal bekommen und mir die Generalvertretung im ehemaligen Jugoslawien angeboten.“ Martin Sesjak schmunzelt bei dem Gedanken, was sich aus diesem Auftrag entwickelte. Als er bei Kriegsausbruch in einem Hotel in Zagreb weilte, begegnete er zwei Vertretern der UN, die eine Mission der Friedenstruppen vor Ort ausstatten sollten. Vergeblich. Aber Martin Sesjak hatte Kontakte in Deutschland und bot Hilfe an. Wenige Tage später traf er mit zwei voll beladenen Lkw in Zagreb ein und blieb Ausstatter der Friedenstruppen, bis diese 1995 innerhalb von 72 Stunden die Region verließen und er ohne Auftrag und Job dastand.

Zum Glück hatte er weiterhin seinen Porzellanvertrieb, der allerdings immer weniger Freude machte. Porzellan bekamen die Gastronomen immer irgendwo, gefragt war, was in der Küche gebraucht wurde, vom Herd bis zur Pfanne. Im Kopf von Martin Sesjak kristallisierte sich eine Vision heraus: Großküchen planen und liefern. Ein richtiger Gedanke zur rechten Zeit. Über 3.000 Großküchen hat Martin Sesjak europaweit geplant und realisiert, teilweise eröffnete er drei Gastronomie-Objekte an einem Wochenende. „Das war ein Abenteuer, das ich nicht missen möchte“, erklärt der 54-Jährige. Aber das Geschäft war hart, Projekte wurden langfristig geplant und es kam vor, dass nach langer Planung ein anderes Unternehmen den Zuschlag erhielt.

Inspiriert von einem Kaffeerest

Mehr als einmal stellte Martin Sesjak sich die Frage, ob es wirklich sein Traum war, durch die Welt zu fliegen, Gastronomie-Objekte zu eröffnen und immer wieder von Neuem um Aufträge zu kämpfen. An einem dieser nachdenklichen Tage war dann auch noch die Kaffeemaschine leer. „Nur noch ein Nürsel in der Kanne und den Blues. Das war wohl der richtige Nährstoff für eine Idee. Mir wurde klar, dass nur wenige Menschen Großküchen brauchen, aber jeder im Büro guten Kaffee möchte“, beschreibt Sesjak den Moment, als die Kernidee für Coffee at Work entstand. Eine Marktrecherche zeigte, dass damals der Kaffeetrinker-Kunde selten König war – lange Vertragslaufzeiten, miserable Garantiebedingungen, seltsame Liefermodalitäten und Kaffee, der schlicht und einfach nicht schmeckte. Da war deutlich Luft nach oben und diesen Markt wollte der Vollblutunternehmer besetzen. Ihm war klar: „Wenn ich das mache, das möchte jeder haben.“

In Hamburg entdeckte er auf der Internorga eine Kaffeemaschine, die seinen Vorstellungen entsprach, und lernte an der Hotelbar den Vertreter einer Kaffeerösterei kennen, die Coffee at Work bis heute mit ihren Kaffeebohnen versorgt. Die Grundausstattung war vorhanden, 60 Unternehmen im Umkreis von Witten waren begeistert, nur der Name fehlte. Schließlich trat der Zufall in Form einer Einladung zum Gerry Weber Open-Tennisturnier in Halle auf den Plan. Beseelt von seiner Vision, schilderte der Wittener in der VIP-Lounge seine Pläne – sehr zur Erheiterung seines Tischnachbarn, einem Repräsentanten des Turnier-Sponsors Melitta. Dieser verriet, dass im Konzern vor langer Zeit eine ähnliche Idee zurückgestellt worden war. Als er den Titel des Projektes hörte, wusste Martin Sesjak sofort, dass dies der Name für seine Idee war: Coffee at Work. Es dauerte einige Monate und viele Telefonate, bis die Melitta-Unternehmensführung dem Verkauf des Namens zustimmte.

Eine Investition, die sich gelohnt hat. Seit der Gründung von Coffee at Work wurden jährlich um die 20 Prozent Zuwächse bei Umsatz, Kunden und Verbreitung erzielt. Coffee at Work bestimmt mit seinem Wohlfühl-Spirit bei Kaffee und Kundenservice den Markt und hat schon die nächsten Bedürfnisse der Kunden im Blick: Water at Work. Martin Sesjak brennt noch immer für die Idee, aber – wie könnte es anders gewesen sein – der Zufall schickte ihm den Kontakt zu einer Unternehmensberatung. Die wies ihn darauf hin, dass es durchaus sinnvoll sei, sich vor dem Rentenalter um den langfristigen Erhalt des Lebenswerks zu kümmern. Was Sesjak anfangs seltsam vorkam, entwickelte sich zu einer neuen Vision. Ein Teilverkauf würde neue Möglichkeiten und Märkte eröffnen.

„Dass ich am Ende 80 Prozent der Unternehmensanteile an die Melitta Group Management GmbH & Co. KG verkauft habe, ist kein Geheimnis.“ Martin Sesjak hält weiterhin 20 Prozent der Anteile und lenkt die Geschicke des Unternehmens als Geschäftsführer. Es hat einige Zeit gedauert, bis er realisierte, dass tatsächlich jemand sein Lebenswerk für so wertvoll empfand, dass er es gekauft hat. „Das zu erleben war ein einschneidendes Erlebnis.“ Martin Sesjak fand sich auf einer Achterbahn der Gefühle wieder: zwischen Glück über diese Anerkennung und Druck, den Verkaufserlös intelligent zu investieren und etwas Sinnvolles damit zu schaffen.

Zurück zur alten Fußball-Liebe

Inzwischen hat er als Investor einen Weg zurück zu seiner alten Liebe, dem Fußball, gefunden. „Ich habe selbst beim Versuch, Fußballprofi zu werden, erlebt, wie wichtig es ist, dass den Vereinen ein Verhandlungspartner gegenübersitzt, der die Szene kennt.“ Deshalb hat er in eine Spielerberatung für junge Fußballspieler investiert. Er unterstützt seit Langem den örtlichen Sport, ist Präsident des KSV Witten und fördert die Entwicklung des Frauenfußballs mit dem Coffee at Work Cup für U13-Nachwuchsspielerinnen. Bei seinem neuen Projekt stehen zwei Spielerberater den jungen Fußballtalenten auf dem Weg zum Profi zur Seite und sorgen dafür, dass sie ihren Möglichkeiten entsprechend gefördert werden. Auch hier hat Sesjak den „Kunden“ als Ganzes im Blick. So berät das Team der CASE Sport 1 GmbH neben den jungen Spielern auch deren Eltern. Ihnen gibt CASE Sport 1 das Versprechen, gegebenenfalls bei der Suche nach einer anderen passenden Ausbildung für die Jungen zu helfen, und ist für diese zugleich Vorbild dafür, dass eine verpasste Fußballkarriere nicht das Ende ist, sondern ein neuer Anfang sein kann.


Neue Beraterregistrierung: Herr Frank-Edgar Reimers von der FER-CONSULTING

Die Unternehmensberatung FER-CONSULTING begleitet kleine und mittelständige Unternehmen jeglicher Branche in ganz Deutschland sowie den angrenzenden Nachbarländern rund um die Unternehmensnachfolge.

Der Schwerpunkt liegt dabei insbesondere im Interims-Mangement und dem klassischem M&A.

Herr Frank-Edgar Reimers von der FER-CONSULTING hat sich als Interner Nachfolgeberater / Coach im Beraterpool des DIfU registriert. Weitere Informationen über Herrn Reimers können Sie ab sofort in seinem Profil einsehen!


LEBENSWERK – Erste Ausgabe erschienen

Wir sind stolz und glücklich, die erste Ausgabe des Print-Magazins LEBENSWERK auf den Weg gebracht zu haben. Hoffentlich schon morgen werden viele unserer Netzwerkpartner und zahlreiche Unternehmer den Titel in der Hand halten können. Wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre!


INNOVATION: NICHT TROTZ, SONDERN GERADE WEGEN CORONA!

Text Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler | Foto Bart van de Voort

Ein Innovationsstopp als Folge der Corona-Krise ist meist der falsche Weg. Viele inhabergeführte Unternehmen sollten sich lieber auf ihre Historie erfolgreicher Innovation zurückbesinnen. Neben Risiken gibt es aktuell auch große Chancen für zielgerichtete Innovationen trotz begrenzter Budgets.

„Bei uns sind alle Innovationsprojekte gestoppt – bis auf eines, das auf Einsparungen im Produktionsprozess abzielt“, erzählte mir neulich der Entwicklungsleiter eines großen Mittelständlers. Aufgrund der Corona-Krise haben viele Unternehmen ihre Innovationsbudgets gekürzt oder ganz eingefroren. Natürlich ist ein solcher Innovationsstopp nicht in allen Firmen und Branchen zu beobachten. Zum Beispiel laufen bei zahlreichen Nahrungsmittelherstellern die Innovationsaktivitäten weiter, weil die Firmen vergleichsweise wenig von der Krise betroffen sind. Aber auch hier werden die Ausgaben für Ideenmanagement, Entwicklung und Wachstumsprojekte jetzt oft deutlich stärker hinterfragt als bisher.

Den Rückzug in die Komfortzone vermeiden.

Die strategische Neuausrichtung und, wenn nötig, auch der komplette Abbruch von Innovationsprojekten mit geringen Erfolgsaussichten sind nicht nur nachvollziehbar, sondern stellen als Teil des Innovationsportfolio-Managements einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Ein vollständiger Stopp der Innovationstätigkeit ist meist jedoch der falsche Ansatz. Solange ein Unternehmen es sich noch irgendwie finanziell leisten kann, sollte weiter in neue Produkte, Prozesse, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle investiert werden. Ansonsten kommt eine Firma zwar vielleicht noch halbwegs gut durch die Krise, hat es im folgenden Aufschwung aber doppelt schwer gegen bessere Lösungen von Wettbewerbern. Ein reiner Rückzug in die Komfortzone des bestehenden Geschäfts mag somit kurzfristig vielversprechend erscheinen, wird jedoch schon mittelfristig zu einer echten Gefahr gerade für mittelständische Firmen, die oft mit spezialisierten Produkten und Dienstleistungen in Marktnischen erfolgreich sind. Die Kundenbeziehungen sind häufig über viele Jahre gewachsen, müssen aber doch immer wieder aufs Neue durch Qualität, guten Service und eben auch zukunftsfähige Produkte und Lösungen gerechtfertigt werden. Nicht nur für Wachstum, sondern auch für das bestehende Geschäft ist Innovation daher unerlässlich.

Das ‚Lebenswerk‘ Innovation weiterführen

Tatsächlich macht Innovation oft den entscheidenden Bestandteil des ‚Lebenswerks‘ erfolgreicher Unternehmer aus. Viele Familienunternehmen haben schon zahlreiche Krisen gemeistert und sich immer wieder neu erfunden auf Grundlage innovativer Entwicklungen. „Ich bin das Innovationsmanagement“, hat mir der Inhaber eines Mittelständlers einmal selbstbewusst gesagt. Auch wenn die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt und Innovation systematisch organisiert wird, ist sie oft Teil der DNA von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Auf diese Stärken sollten sich die Eigentümer und Führungskräfte gerade im Nachgang der Corona-Krise zurückbesinnen. Zahlreiche Studien belegen, dass diejenigen Firmen sich im Aufschwung nach einer Krise besonders gut entwickeln, die während des Abschwungs ihre Innovationstätigkeit beibehalten haben. Dies wird auch am Beispiel des Werkzeugmaschinenherstellers Trumpf deutlich. Zum Höhepunkt der Finanzkrise 2008/09 entschied sich die Eigentümerfamilie für zusätzliche Investitionen und eine Innovationsoffensive. Damit konnte die Krise vergleichsweise schnell überwunden und vor allem auch der Grundstein für kontinuierliches Wachstum in den Folgejahren gelegt werden. Schon im Geschäftsjahr 2010/11 lag der Umsatz von Trumpf wieder nahe am Vorkrisenniveau und ab 2011/12 folgten mehrere Rekordjahre nacheinander.

Von aktuellen Chancen profitieren

Innovation beschränkt sich nicht auf die Entwicklung neuer Produkte und Prozesse. Gerade im Kontext der digitalen Transformation und zunehmenden Nutzung von künstlicher Intelligenz sind neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle in vielen Branchen von entscheidender Bedeutung. Dadurch wird oft die bestehende Geschäftslogik infrage gestellt. Argumente wie „Das haben wir schon immer so gemacht“ dürfen aber keine Ausrede darstellen. Dabei zeigt unsere Zusammenarbeit mit Unternehmern, Start-ups und dem Mittelstand am Entrepreneurship Institut der ISM immer wieder, dass der anfängliche Aufwand überschaubar ist, weil schon ein einzige Workshop wichtige Innovationsimpulse liefern und für positive Aufbruchsstimmung sorgen kann.
Die Corona-Krise hat viele mittelständische Unternehmen schwer getroffen. Das unmittelbare Krisenmanagement ist mittlerweile oftmals auf den Weg gebracht, sodass neben den Bedrohungen auch wieder Chancen wahrgenommen werden sollten – auch wenn dies leichter gesagt als getan ist. Ein Innovationsstopp ist in aller Regel der falsche Weg. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, sollten zumindest mit begrenztem Budget zielgerichtet und systematisch neue Chancen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit adressiert werden. Innovation gehört also weiterhin oben auf die unternehmerische Agenda – nicht trotz, sondern gerade wegen der Corona-Krise!


Neue Beraterregistrierung: Herr Kerk Behrens von der UnternehmerBerater Behrens GmbH

UnternehmerBerater begleitet die Parteien in jeder Phase: Mittels eines in 30 Jahren erworbenen Netzwerks führt UnternehmerBerater die einzelnen fachlichen Bereiche (Steuern/Recht) zusammen und koordiniert diese. Um den emotional und strategisch herausfordernden Prozess tragfähig für die Zukunft zu gestalten, werden gemeinsam mit Chef und Nachfolger sog. „Spielregeln“ und „Fahrpläne“ entwickelt.

Mit 30+ Jahren Erfahrung in der Eigengründung und im Consulting von Unternehmen bin ich selbst schon mehrfach Übernehmer wie auch Veräußerer gewesen.

Meine ausgeübten Funktionen von 1989 bis heute:

•            Seit 1989: Gründungsgesellschafter & Geschäftsführer diverser GmbHs & KGs im In- und Ausland

•            Seit 2002: Zugelassener Rechtsanwalt in Hamm

•            bei der BAFA registrierter Berater (ID 179592)

Herr Kerk Behrens von der UnternehmerBerater Behrens GmbH hat sich als Interner Nachfolgeberater / Coach im Beraterpool des DIfU registriert. Weitere Informationen über Herrn Behrens können Sie ab sofort in seinem Profil einsehen!


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