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Nexxt Now: IHK Kassel-Marburg startet Podcastreihe: “Nachfolge ist Vertrauenssache”

Foto und Text: IHK Kassel-Marburg

Die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg (IHK) spricht mit einer neuen Podcastreihe potenzielle Unternehmensnachfolger an. Ihr Podcast „Nachfolge ist Vertrauenssache“ ist ab dem 31. August auf gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcast, Spotify, Amazon Music und YouTube verfügbar. Mit diesem neuen Kommunikationsangebot zeigt die IHK, wie der Weg in die Selbstständigkeit im Rahmen einer Nachfolgeregelung erfolgreich gelingt und welches Beratungsangebot sie dafür bereithält. Geplant sind monatliche Podcasts mit Experten und Unternehmern aus Nordhessen und der Region Marburg.

Der Podcast gibt einen umfassenden Einblick über Chancen und Risiken bei der Unternehmensnachfolge und richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die vor dem Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit stehen. In den ersten Folgen informieren Ingo Gottwald, Unternehmensberater aus Kassel, Jochen Schönleber, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, und Firmenkundenberater Christian Meißner von der Volksbank Mittelhessen eG im Gespräch mit Miriam Postlep, IHK-Projektreferentin Unternehmensnachfolge (Projekt Nexxt Now), über das Thema.

Sozusagen außer der Reihe veröffentlicht die IHK Kassel-Marburg als Einstieg in das Thema am 31. August einen Podcast mit ihrem Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes. Im Fokus steht dabei die Situation in Nordhessen und dem Kreis Marburg in Sachen Unternehmensübernahmen: „Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren 6.500 Unternehmen in Nordhessen und Marburg eine Nachfolge suchen“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer. Dabei geht es auch um den Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in der Region. Mit unserer Podcastreihe schaffen wir ein neues Kommunikationsangebot, um Gründungsinteressierte für das Thema der Nachfolge zu begeistern, sie auf unser Beratungsangebot hinzuweisen und ihnen das passende Rüstzeug zu vermitteln.“

„Es prüfe, wer sich bindet!“ – das ist das Motto von Ingo Gottwald in der ersten regulären
Podcastfolge, die ebenfalls Ende August erscheinen wird und einen Überblick darüber gibt, wie viel Eigenkapital für die Nachfolgefinanzierung benötigt wird und wie eine Finanzierung aussehen kann.
In der zweiten Folge mit dem Titel „Wie finde ich das passende Unternehmen zur Übernahme?“ gibt Jochen Schönleber Handlungsempfehlungen bei der Suche nach einem Unternehmen: „Als zukünftige Unternehmer sollten Nachfolger frühzeitig aktiv werden und das persönliche Gespräch mit den Senior-Unternehmern suchen. Letzten Endes spielen Faktoren wie Sympathie und Vertrauen bei der Nachfolge eine entscheidende Rolle“, so Jochen Schönleber.


Christian Meißner gibt in Folge drei, die für November geplant ist, einen Überblick darüber, wie Nachfolger sich optimal auf ihre Bankgespräche vorbereiten. Er informiert, worauf Banken bei der Kreditvergabe besonders achten: „Ob das Geschäftsmodell in der Vergangenheit funktioniert hat, lässt sich anhand der Kennzahlen gut und noch relativ einfach ermitteln“, so der Experte. „Schwieriger wird es bei Fragen wie: Welchen Unternehmergeist bringt der Nachfolger mit? Wie wird die Geschäftsidee an die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen angepasst? Und vor allem: Stimmt die Chemie, sodass wir darauf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aufbauen können?”

Der IHK-Podcast „Nachfolge ist Vertrauenssache“ gehört zum Projekt „Nexxt Now – Initiative für Unternehmensnachfolge“. Hierbei handelt es sich um ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziertes Verbundprojekt. Die IHK Kassel-Marburg, die Kreishandwerkerschaft Kassel, das Regionalmanagement Nordhessen und die Wirtschaftsförderung des Schwalm-Eder-Kreises stärken mit dem Projekt gemeinsam die Unternehmensnachfolge in der Region.


#20 Staffel 1: 19 Geschichten zur Unternehmensnachfolge – MEIN RÜCKBLICK

Text: Lena Schaumann

Hermann & Ich – der Podcast für alle Nachfolger*innen & Vorgeher*innen in Familienunternehmen!

Wow – 20 wundervolle Folgen Hermann & ich liegen nun hinter uns. Jede einzelne war für mich (und vielleicht ja auch für dich) super spannend und lehrreich. Ich bin sehr dankbar für all meine tollen Gäste und ihre inspirierenden, wertvollen Nachfolge- und Vorgeher-Geschichten. Ich habe die letzte Woche genutzt, um nicht nur alle Folgen und meine Top Learnings, sondern auch meinen eigenen Nachfolgeweg einmal Revue passieren zu lassen. Weshalb mein erstes Projekt gescheitert ist, was ich daraus mitnehmen konnte und was meine Top 3 Learnings der ersten Staffel sind, erfährst du in Folge #20 Staffel 1 – MEIN RÜCKBLICK.


Am Anfang steht immer ein Experiment – Wiesemann

Loslegen und loslassen – das Erfolgsrezept des Essener Unternehmers Reinhard Wiesemann.

Text: Dr. Birgit Ebbert Fotos: Reinhard Wiesemann

Während andere Unternehmer versuchen, ein Höher, Schneller, Weiter, Besser in ihren Firmennamen zu pressen, hat sich Reinhard Wiesemann 2004 entschieden, sein neues Projekt „Unperfekthaus” zu nennen. Er wollte mit seinem Kreativhaus – heute ein über die Stadt Essen hinaus bekannter Treff der Kreativszene – einen Ort schaffen, der inspiriert und Mut macht, etwas auzuprobieren. „Orte beeinflussen Menschen”, da ist der gebürtige Wuppertaler sich sicher.

„Ein perfekt gestalteter Raum mag schön wirken, aber er blockiert oft Ideen und eigenes Handeln.”

In einer Gesellschaft, in der alles perfekt sein muss, entstehen hier gerade aus dem Unperfekten neue Aktionen und Projekte.

Reinhard Wiesemann ist ein perfektes Beispiel für den Mut zum Unperfekten. Er besitzt einige sehr erfolgreiche Unternehmen, eines davon seit über 40 Jahren, und weist auf seiner Website dennoch auf Projekte hin, die gescheitert sind. Zumindest in ihrer ursprünglichen Intention; am Ende hat er die Ideen trotzdem realisiert – anders eben.

Vom Bausatz-Tüftler zum Unternehmer – Reinhard Wiesemann

So war das immer, seit Reinhard Wiesemann vor fast 50 Jahren als Zwölfjähriger mit Chemikalien tüftelte und feststellte: „Es war zwar schön, auf diese Weise etwas zu bewegen, aber letztlich war das ein teures Vergnügen. Das Taschengeld verpuffte im wahrsten Sinne des Wortes.” Bei der Suche nach Alternativen entdeckte er die Elektronik, besuchte sämtliche Kurse zur Elektrotechnik in seiner Heimatstadt und lernte in VHS-Kursen Morsen und den Aufbau von Detektoren. Auf dem Schrottplatz baute er alte Radios auseinander, um kostenlose Bauteile für seine eigenen Projekte zu bekommen. Und er brauchte immer mehr, denn am Übergang vom elektronischen zum digitalen Zeitalter sprach sich herum, dass der Reinhard von nebenan Bausätze zusammenstellte, aus denen sich Mikrocomputer bauen ließen. Die Nachfrage aus seinem Umfeld stieg, sodass er neben der Schule immer mehr zu tun bekam.

Seine Bekanntheit wuchs über das Bergische Land hinaus, als er mit 17 beim Wettbewerb „Jugend forscht für Europa” den zweiten Preis auf europäischer Ebene gewann. Mit 18 verfasste er erste Aufsätze über seine Computer und das Einfamilienhaus seiner Eltern verwandelte sich in eine Logistikzentrale.

„Neben dem Telefon lag eine Liste. Wer das Gespräch annahm, notierte die Bestellungen. Waren dies anfangs Bausätze, wurden immer häufiger fertige Computer nachgefragt, und Reinhard Wiesemann schaffte die Arbeit neben der Abitur-Vorbereitung nicht mehr alleine. Als er sich Unterstützung durch einen Freund holte, riet sein Vater ihm, ein Gewerbe anzumelden. Aus dem Hobby war noch vor dem Abitur ein Beruf geworden. Trotzdem begann Reinhard Wiesemann ein Studium der Elektrotechnik, bis er nach sechs Semestern entschied, eine Pause zu machen, weil das Unternehmen nicht nebenher zu leiten war.

Immer der Zeit voraus – beim Computer und Mehrgenerationenhaus

Diese Pause dauert bis heute”, gibt der Unternehmer zu. Allerdings ist er längst nicht mehr im operativen Geschäft seines ersten Unternehmens, der Wiesemann & Theis GmbH, tätig, seit er einen Freund als Teilhaber hinzugezogen und ihm 1999 die alleinige Geschäftsführung übertragen hat. Denn da hatte er eine neue Idee – das Linuxhotel, in dem er nicht nur die Kurse zur Opensource-Software leitete, sondern von der Buchung bis zum Frühstücksservice anfangs alles selbst erledigte. Diese Aufgaben liegen heute ebenfalls in den Händen anderer, denn 2004 war da die Idee zum „Unperfekthaus”, dem vielleicht bekanntesten seiner Unternehmen und dem einzigen, das nicht immer schwarze Zahlen schreibt.

„Aber es ist ein Herzensprojekt, weil ich hier einen Raum geschaffen habe, in dem Kreative ohne Sorge vor dem finanziellen Ruin Träumen nachgehen und Experimente wagen können.”

Reinhard Wiesemann

Während die Kreativen sich noch im Unperfekthaus ausprobieren, ist Reinhard Wiesemann mit den Gedanken bereits woanders. Bei seinem Mehrgenerationenhaus, dem GenerationenKult-Haus in Essen z.B. und der VielRespektStiftung, die mit ihrem Geschäftsführer Ali Can und dessen Projekt #MeTwo gegen Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund weltweit Furore macht. Gerade tüftelt er an seiner neuesten Idee, einer App, mit der Nachbarschaftshilfe unkompliziert und ohne Druck für die Helfenden initiiert werden kann.

Mit 61 denkt Reinhard Wiesemann noch nicht an den beruflichen Ruhestand, aber er beschäftigt sich damit, wie es weitergehen könnte. Er sucht Verantwortliche, die seine Unternehmen in seinem Sinne weiterführen.

Nicht nach seinen Vorgaben – das ist ihm wichtig. Nachfolge heißt für ihn nicht, einen Status quo zu sichern, sondern die Idee des Projekts weiterzutragen und in die Zeit einzubinden. „Als ich mit 18 Jahren meine Bausätze aus Autoradios zusammenstellte, konnte ich mir auch nicht vorstellen, dass man 40 Jahre später ein Mobiltelefon benötigt, um einen Impftermin zu vereinbaren.” Unternehmer sein bedeutet für Reinhard Wiesemann, mit Veränderungen umzugehen.

„Man muss loslassen können, im Interesse des Unternehmens, das einem am Herzen liegt.”

Reinhard Wiesemann


Neue Kernkompetenzen durch künstliche Intelligenz

Trotz der zunehmenden Bedeutung von künstlicher Intelligenz (KI) konzentrieren sich viele inhabergeführte Firmen lieber auf ihre bestehenden Kompetenzen in anderen Bereichen. Dabei kann gerade die Verzahnung von KI mit menschlicher Expertise neue Wettbewerbsvorteile ermöglichen.

Text: Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler Foto: Bart van de Voort

Das COVID-19-Krisenmanagement ist in den meisten Unternehmen auf den Weg gebracht, auch wenn regelmäßig noch Anpassungen daran vorzunehmen sind. In vielen Firmen haben sich dadurch auch die Digitalisierung einzelner Prozesse sowie die Nutzung verschiedener digitaler Tools wie Video-Konferenzen verstärkt. Dabei handelt es sich aber nur um die Grundlagen für eine echte digitale Transformation der Unternehmen, sodass es keinen Grund gibt, sich jetzt zurückzulehnen. Vielmehr ist die nächste Runde des Wandels mit einer deutlich stärkeren KI-Nutzung in Form von intelligenten Algorithmen und komplexer Datenanalytik bereits in vollem Gang. KI umfasst verschiedene Technologiefelder, wobei in den letzten Jahren vor allem das maschinelle Lernen große öffentliche Aufmerksamkeit erhalten hat.

Kaum Alternativen zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI)

Tatsächlich sind wir bereits täglich mit vielen KI-Anwendungen in Kontakt. Als einfache Beispiele sind Textvorschläge beim Verfassen von Nachrichten auf dem Smartphone oder die Interaktion mit Chatbots im Kundenservice zu nennen. Außer einigen Pionieren fragen sich aktuell jedoch viele inhabergeführte Firmen, ob dieser nächste Schritt der Digitalisierung jetzt schon wirklich nötig ist – gerade weil die Corona-Krise noch nicht ausgestanden ist. Viele Unternehmen möchten sich lieber auf ihre über Jahrzehnte aufgebauten Kernkompetenzen verlassen, z.B. herausragende Ingenieursfähigkeiten im Maschinenbau. Auch wenn ein solcher Rückzug in die Komfortzone ein nachvollziehbarer Wunsch ist, stellt dies aktuell in aller Regel den falschen Weg dar.

In vielen Firmen hat sich durch COVID 19 die Digitalisierung der Prozesse verstärkt

Tatsächlich sind wir bereits täglich mit vielen KI-Anwendungen in Kontakt. Als einfache Beispiele sind Textvorschläge beim Verfassen von Nachrichten auf dem Smartphone oder die Interaktion mit Chatbots im Kundenservice zu nennen. Außer einigen Pionieren fragen sich aktuell jedoch viele inhabergeführte Firmen, ob dieser nächste Schritt der Digitalisierung jetzt schon wirklich nötig ist – gerade weil die Corona-Krise noch nicht ausgestanden ist. Viele Unternehmen möchten sich lieber auf ihre über Jahrzehnte aufgebauten Kernkompetenzen verlassen, z.B. herausragende Ingenieursfähigkeiten im Maschinenbau. Auch wenn ein solcher Rückzug in die Komfortzone ein nachvollziehbarer Wunsch ist, stellt dies aktuell in aller Regel den falschen Weg dar.

So hat mir der Geschäftsführer eines mittelständischen Maschinenbau-Unternehmens noch vor einigen Jahren gesagt: „Wir brauchen uns keine großen Gedanken über Digitalisierung zu machen. Mit unseren spezialisierten Produkten sind wir auf Jahre hinaus sehr gut aufgestellt.“ Mittlerweile wird dieses Unternehmen ebenso wie viele andere auch jedoch aktiv von seinen Kunden nach der künftigen Weiterentwicklung der Produkte gefragt, um die Anschlussfähigkeit an digitale Plattformen sowie die Nutzung von Datenanalytik und KI zu ermöglichen. Wenn sich Firmen also nicht jetzt fit machen für einen zunehmend intelligenzbasierten Wettbewerb, werden sie schon in naher Zukunft Probleme mit dem Absatz ihrer bisherigen Produkte haben – unabhängig davon, wie gut diese nach klassischen technischen Qualitätskriterien sein mögen.

Trotz guter Absichten begrenzter Mehrwert

Dabei können viele inhabergeführte Unternehmen durchaus selbstbewusst, wenn auch nicht übermütig die nächste Stufe des digitalen Wandels angehen. Viele dieser Firmen haben in ihrer Geschichte bereits mehrfach neue Möglichkeiten der Automatisierung und Informationstechnologie erfolgreich in ihre Geschäftsaktivitäten integriert. Daher überrascht es, dass laut einer 2019 durchgeführten repräsentativen Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nur 5,8 Prozent der deutschen Unternehmen KI nutzen. Allerdings steigt die Anzahl der KI-Anwender momentan deutlich, wenn auch von niedrigem Niveau. In guter Absicht beginnen viele Firmen, mit einzelnen KI-Anwendungen zu experimentieren.

Dabei können viele inhabergeführte Unternehmen durchaus selbstbewusst, wenn auch nicht übermütig die nächste Stufe des digitalen Wandels angehen. Viele dieser Firmen haben in ihrer Geschichte bereits mehrfach neue Möglichkeiten der Automatisierung und Informationstechnologie erfolgreich in ihre Geschäftsaktivitäten integriert. Daher überrascht es, dass laut einer 2019 durchgeführten repräsentativen Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie nur 5,8 Prozent der deutschen Unternehmen KI nutzen. Allerdings steigt die Anzahl der KI-Anwender momentan deutlich, wenn auch von niedrigem Niveau. In guter Absicht beginnen viele Firmen, mit einzelnen KI-Anwendungen zu experimentieren. Die Überlegung, erst einmal im Kleinen anzufangen, ist an sich richtig. Allerdings schränkt der Wunsch, sich weiterhin auf die Kompetenzen zu konzentrieren, die das eigene Unternehmen in der Vergangenheit erfolgreich gemacht haben, die Möglichkeiten der erfolgreichen KI-Nutzung meist stark ein. Viele Firmen konzentrieren sich auf relativ isolierte KI-Lösungen zur Optimierung bestehender Prozesse. Indem teilweise auch menschliche Tätigkeiten ersetzt werden, können gewisse Effizienzsteigerungen erreicht werden. Ansonsten ändert sich jedoch wenig bis nichts. Dies zeigt sich auch am zusätzlichen Ergebnis der oben genannten Studie, dass nur 0,7 Prozent der Unternehmen – also zwölf Prozent der KI-Nutzer – ein stark auf KI basierendes Geschäftsmodell verfolgen. Aufgrund einer solch isolierten Nutzung von KI-Lösungen ist ihr Mehrwert zwar wichtig, oft jedoch begrenzt.

Mit integrierter Intelligenz zu neuen Kernkompetenzen

Zahlreiche KI-Anwendungen werden aktuell weiter standardisiert, sodass zeitnah viele Wettbewerber ähnliche Anwendungen nutzen werden. Um also auch bei KI einen entscheidenden Schritt voraus zu sein, sollten Unternehmen unbedingt weiterdenken – nicht als Ersatz, sondern in Ergänzung ihrer bisherigen KI-Aktivitäten. Unsere Kooperationen mit UnternehmerInnen, Start-ups und dem Mittelstand am Entrepreneurship-Institut der ISM haben gezeigt, wie man mit überschaubarem Aufwand in einem einzigen Workshop zu wichtigen ersten Impulsen kommen kann. Dabei sollte es nicht nur um die Automatisierung von Arbeitsplätzen durch alleinstehende KI-Anwendungen gehen, sondern um neue Wettbewerbsvorteile durch das Zusammenspiel von menschlicher Expertise und Kompetenz mit KI und Datenanalytik. In meinem aktuellen Buch Integrierte Intelligenz erläutere ich einen zehn Schritte umfassenden Prozess, mit dem Firmen neue Möglichkeiten an der Schnittstelle von KI mit ihren bestehenden Kompetenzen identifizieren können.

So können ausgehend von relevanten technologischen Trends attraktive Anwendungsbereiche abgeleitet werden, die ganz neue Lösungen ermöglichen – vom Einkauf und der Logistik über die Produktion und Wartung bis hin zu intelligenten Produkten und Dienstleistungen für Kunden. Ein Beispiel hierfür bildet das Metall verarbeitende mittelständische Unternehmen C.E. Schneckenflügel GmbH, das mithilfe von KI und anderen digitalen Technologien nicht nur den Produktionsprozess optimiert, sondern auch seinen Umsatz deutlich gesteigert hat. Wenn Unternehmen KI-Anwendungen eng mit der einzigartigen Expertise ihrer MitarbeiterInnen verzahnen, können diese Lösungen nur schwer von Wettbewerbern nachgeahmt werden. Nicht jedes Unternehmen muss zum Entwickler von KI-Anwendungen werden. Vielmehr sollten Firmen ihre bisherigen Kernkompetenzen nutzen und für die Zukunft zielgerichtet erweitern. Dann können sie trotz Corona-Krise positiv dem intelligenzbasierten Wettbewerb der Zukunft entgegensehen.

Zum Autor:

Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler ist Professor für Management und Entrepreneurship an der International School of Management (ISM) in Köln. Als Experte wird er regelmäßig als Keynote-Speaker, Executive Coach und freiberuflicher Berater zu Innovation, digitaler Transformation, künstlicher Intelligenz und neuen Geschäftsmodellen gebucht.

Kürzlich ist sein neues Buch Integrierte Intelligenz: Wettbewerbsvorteile erzielen durch die Kombination menschlicher und künstlicher Intelligenz auf Deutsch und Englisch erschienen. Weitere Informationen dazu auf https://www.ulrichlichtenthaler.com/.


#19 SPEZIAL: ZWEI WEGE EIN ZIEL – Unternehmensnachfolge mal anders mit Dinah Spitzley & Natalie Rauschendorfer

Der 19. Podcast von Lena Schaumann über Familienunternehmen und deren Nachfolge.

Text und Podcast: Lena Schaumann

Unterschiedlicher könnten die Backgrounds der beiden Nachfolgerinnen Dinah und Natalie nicht sein. Während Natalie in einem Schreiner-Unternehmen groß geworden ist, wo von vorn herein klar war, dass der Bruder die Nachfolge antritt, wurde bei Dinah im Großhandel-Familienunternehmen direkt vorausgesetzt, dass sie Nachfolgerin wird.

Umso schöner, dass sich trotz (oder vielleicht gerade aufgrund) ihrer verschiedenen Geschichten die Wege der beiden gekreuzt haben. Selbst wenn es nicht Liebe auf den ersten Blick war, sind die beiden heute unzertrennlich – was vermutlich mit daran liegt, dass Dinah und Natalie ein gemeinsames Ziel haben: individuelle Rollenklarheit in Familienunternehmen schaffen.

Mit „Haus Next“ haben beide eine digitale Lern- und Austauschplattform von Next Gens für Next Gens gegründet. Was es mit ihrem Herzensprojekt noch auf sich hat und wie sie ihre Nachfolge in den beiden Familienunternehmen angetreten sind, erfährst du in Folge #19 ZWEI WEGE, EIN ZIEL.

Zu finden ist der spannende Podcast bei Spotify!


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